1. PRÄVENTION – hinhören, hinsehen & schützen

Die Prävention von Missbrauch ist integraler Bestandteil der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen. Ziel unserer Arbeit in der Katholischen Kirche ist es, allen Kindern und Jugendlichen sowie schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen im Geiste des Evangeliums und auf der Basis des christlichen Menschenbildes einen sicheren Lern- und Lebensraum zu bieten. Den verbindlichen Rahmen dafür bildet die „Rahmenordnung – Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (beschlossen am 18.11.2019, gültig ab 01.01.2020).

 

Download Rahmenordnung_dbk.pdf.

 

 

Verantwortliche Beziehungsgestaltung

– Sicherheit & Transparenz

Das Schutzkonzept der Katholischen Pfadfinderschaft Europas folgt der Überzeugung, dass eine verantwortliche Beziehungsgestaltung im Kontext von Sicherheit und Transparenz die wirkungsvollste Prävention gegen sexuellen und geistigen Missbrauch darstellt. Die Verantwortung für die Beziehungsgestaltung liegt dabei immer beim Erwachsenen.
Um jungen Erwachsenen hierzu Wissen, Hilfsangebote und Begleitung zur Verfügung zu stellen, eine verantwortliche Grundhaltung zu fördern sowie Beratungs- und Beschwerdewege anzubieten, setzt die KPE folgende Schwerpunkte in der Ausbildung ihrer Gruppenleiter:

 

  1. 1. Bewusstsein schaffen & Sensibilität schulen
    2. Wissen zur Verfügung stellen
    3. Haltung stärken
    4. Verhaltenskodex
    5. Beratungs- und Beschwerdemanagement

 

 

Selbstverpflichtungserklärung

Mit ihrer Selbstverpflichtungserklärung setzen sich alle Gruppenleiter in der Katholischen Pfadfinderschaft Europas sowie die als KPE-Kurat tätigen Priester für eine Kultur der gegenseitigen Achtung und Wertschätzung ein. Sie orientieren sich am christlichen Menschenbild und verpflichten sich zu einem respektvollen, wertschätzenden und vertrauensvollen Umgang. Eine Einführung in die Selbstverpflichtung im Rahmen der Ausbildungskurse dient der Sensibilisierung und trägt zur intensiven und notwendigen Auseinandersetzung mit dem Thema Missbrauch bei. Eine weiterführende Sensibilisierung nach einigen Jahren ist sinnvoll und empfohlen.

 

Download Selbstverpflichtungserklärung_kpe.pdf

Kultur der Achtsamkeit

Auf Verbandsebene fördert die KPE eine Kultur der Achtsamkeit, fordert für alle Verantwortlichen ein Erweitertes Führungszeugnis und kennt einen Verhaltenskodex für die konkrete Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen:

 

KPE – Verhaltenskodex: hinhören, hinsehen & schützen

Mai 2019 – always work in progress

Unsere Arbeit in der Katholischen Pfadfinderschaft Europas ist ein Dienst am Menschen und basiert auf Respekt, Wertschätzung, Offenheit und Vertrauen. Wir achten die Persönlichkeit und Würde unserer Mitmenschen und sorgen für ein gutes Miteinander. Die Beschäftigung mit dem Thema „Nähe und Distanz“ will einen sensiblen und ehrlichen Umgang mit Emotionen und Körperlichkeit unterstützen. Nähe – auch körperliche Nähe – zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen hat in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ihren Stellenwert, ebenso wie ihre Grenze. Zum Schutz der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen sowie unserer Führungskräfte achten wir auf bestimmte Rahmenbedingungen.

 

Download Verhaltenskodex_kpe.pdf

 

 

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2. INTERVENTION – erkennen & helfen

 

Von der Prävention zur Intervention – Haltung, Handeln, Regeln

Beobachtungen von ungewöhnlichem Verhalten anzusprechen, erfordert Mut und zugleich eine hohe Sensibilität, um nicht in erster Linie ein Verbrechen zu diagnostizieren, sondern zum Wohl eines Kindes oder Jugendlichen den Austausch zu eröffnen.

Die Situations- und Verdachtsklärung erfolgt anhand einer Plausibilitätsprüfung. Dazu steht ein Check-up-Bogen, interne Ansprechpartner sowie eine externe Fachberatung zur Verfügung, …

 

  • um über das vielschichtige System von Missbrauch an Kindern und Jugendlichen zu informieren und für Gefährdungsfaktoren zu sensibilisieren;
  • um die eigene pädagogische Haltung zu reflektieren;
  • um eigene Beobachtungen zu einem als unpassend oder unklar empfundenen Beziehungsverhältnis im Zusammenhang unserer Gruppenarbeit (z.B. Familien-, Freundes-, Peergroup-, oder Gruppenleiterkontext) für sich selbst zu erfassen und richtig einordnen zu helfen;
  • um dadurch unsere Kinder und Jugendlichen zu schützen und ggf. zu intervenieren.

 

Grundprinzipien der Intervention

  • Betroffene oder Ratsuchende begleiten & nicht allein lassen
  • Klare Absprachen treffen & gemeinsam nächste Schritte klären
  • Wenn Gefahr im Verzug: sofort handeln

 

Ansprechpersonen

Es gibt klar definierte, niederschwellige Beschwerdewege über den Kontakt mit den in der KPE verantwortlichen Ansprechpersonen:

 

Beratungsstellen

Für konkrete Fragen und Beratung stehen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:

 

Kontextebene KPE Beschwerdestelle
Ortsgruppe Stammesführung vor Ort
Überregionale Ebene Landesführung
Bundesebene Bundesführung / Vorstand
Vorstandsebene Kirchliche Beschwerde- und Beratungsstellen in den Diözesen

Kontakt praevention@kpe.de  
Beratung für Betroffene Bärbel Matthaei +49 1763 4661096
Präventionsbeauftragte Christine Weber +49 6681 6309932
Externe Fachberatung Mag. Karin Roth (Insight-international) +43 6768 7466920
Vorstand

Thomas Rieger,
Judith Christoph

 

 

Hier finden Sie unseren Interventionsleitfaden.