2. Katholisch

2.1 Gemeinsam katholisch
2.2 Glauben(s) wissen
2.3 Gute Tat
2.4 Das Wunder der Natur

2.1 Gemeinsam katholisch

Christliche Werte in Gemeinschaft leben

Wir sind ein katholischer Pfadfinderverband und praktizieren den katholischen Glauben in unseren Gruppen: Wir beten gemeinsam, wir singen gemeinsam, wir feiern gemeinsam die hl. Messe. Auch und gerade wenn wir unterwegs sind, auf Lager, in der Natur. Die Erfahrung, sich gemeinsam mit Gleichgesinnten Gott zuzuwenden, mit ihm Freuden und Sorgen des Alltags zu teilen, ist ein wichtiger Schritt für die Jugendlichen, den Glauben als etwas positives und bereicherndes für das eigene Leben kennen zu lernen. »Wer glaubt, ist nie allein« (Papst Benedikt). Unsere Gruppen wollen helfen, diese wichtige Dimension des Glaubens für die heutigen Jugendlichen erfahrbar zu machen.

Die konkrete Glaubenspraxis unserer Gruppen orientiert sich an den Richtlinien der Kirche und ist den Bedürfnissen der verschiedenen Altersstufen (Wölflinge, Pfadfinder, Rover/Ranger) jeweils angepasst. Ziel ist nicht einfach die Erfüllung religiöser Pflichtübungen, sondern das Entdecken und Wachsen einer persönlichen Beziehung zu Gott. Wir versuchen, treu zur kirchlichen Lehre zu stehen, wie sie uns von den Päpsten und Bischöfen vorgelegt und beispielsweise im KKK zusammengefasst ist. Die KPE ist einfach „normal katholisch“. Einseitigkeiten und Übertreibungen in Glaubensdingen lehnt die KPE ab.

2.2 Glauben(s) wissen

Den eigenen Glauben kennen- und lieben lernen

Nur was man kennt, kann man leben und lieben. Darum beschränkt sich unsere Glaubenspraxis nicht auf das gemeinsame Beten, sondern wir sprechen auch über die Inhalte der christlichen Frohbotschaft. In der Wölflingsstufe geht es dabei um ein erstes Kennenlernen der grundlegendsten Themen des Glaubens – oft anhand von spannenden Erzählungen aus dem Leben von Heiligen. Die heranwachsenden Jungendlichen ermutigen wir, sich mit den Inhalten des Glaubens auseinanderzusetzen, kritische Fragen zu stellen und dadurch im Verständnis der christlichen Wahrheiten zu wachsen.

Der katholische Glaube enthält so viele Themen, die den jungen Menschen im Laufe seiner Entwicklung beschäftigen: Ist beten sinnvoll? Wozu Kirche? Woher kommt die Welt? Warum moralische Gebote? Woher die Kraft für Nächstenliebe nehmen? Das gemeinsame Gespräch über diese Lebens- und Glaubensfragen im Rahmen von Katechesen und Diskussionsrunden bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, aus freier Entscheidung ein persönliches und reflektiertes Ja zum Glauben an Gott sprechen zu können.

2.3 Gute Tat

Wenn Nächstenliebe konkret wird

„Versucht, die Welt ein wenig besser zu verlassen, als ihr sie vorgefunden habt“ – so lautet einer der Grundsätze von Lord Baden Powell, dem Gründer der Pfadfinder. Unser Christsein darf sich nicht auf ein „religiöses Leben“ beschränken, sondern muss im Alltag spürbar sein. Ganz konkret. Im Umgang mit unseren Mitmenschen. In der Nächstenliebe. Durch handgreifliche Werke und Taten. Darum bemühen wir uns als Pfadfinder um die „tägliche gute Tat“. Alleine oder mit der Gruppe ? es gibt unzählige Gelegenheiten für die gute Tat:

Zuhause: freiwilliges Aufräumen, Putzen, Einkaufen, Rasenmähen, Bügeln...
Unterwegs: Sitzplatz anbieten, Koffer tragen, Weg zeigen...
In der Schule: ein aufmunterndes Wort, Sich-Kümmern um unbeliebte Mitschüler, Großzügigkeit beim Teilen...
In der Gruppe: unliebsame Arbeiten abnehmen, ein schweres Gepäckstück in den eigenen Rucksack packen, mit einem angebrannten Essen gutgelaunt vorlieb nehmen…
Mit der Gruppe: Adventsfeier im Seniorenheim gestalten, Theater im Kindergarten, Krankendienst in Lourdes, Putzaktion im Pfarrheim, in der Fußgängerzone für einen guten Zweck singen, auf Wanderung einem Landwirt helfen...
Und ganz außergewöhnliche Hilfsaktionen: Hilfstransporte in Krisengebiete unterstützen, soziale Einsätze in Ländern wie Bosnien und Albanien, tatkräftige Unterstützung bei Kirchen- und Kapellenbauten…

Nächstenliebe lässt sich nicht theoretisch in der Schulbank lernen. Man muss sie tun. Scouting is doing. In unseren Gruppen erleben die Jugendlichen, wie wir durch den engagierten Dienst am Nächsten für uns selber gewinnen. Dass wir selber beschenkt sind, wenn wir für andere unsere Zeit und unsere Kraft einsetzen. Nochmals Baden Powell, der Gründer der Pfadfinderbewegung: „Die beste Art, glücklich zu werden, liegt darin, andere glücklich zu machen.“
Und wenn uns die Gute Tat doch einmal schwer fällt, dann hilft uns immer noch das Wort Jesu weiter: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan hat, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40).

2.4 Das Wunder der Natur

Durch die Faszination der Schöpfung den Schöpfer erahnen

Als Pfadfinder lieben wir die Natur. Auf Lager und Fahrt lernen wir die schönsten Ecken unserer Erde kennen. Dabei müssen es gar nicht die Niagarafälle oder der Gran Canyon sein. Der Sonnenaufgang über einer taufrischen Wiese, die Wanderung durch den grünenden Frühlingswald, das Rehkitz, das wir aus einiger Entfernung beobachten, der kräftige Gesang eines Zaunkönigs, der klare Gebirgsbach aus einem kleinen Seitental, das Veilchen am Wegesrand, der unbeschreibliche Sonnenuntergang – als Pfadfinder können wir die Schönheit der Natur unmöglich übersehen. Unser Einsatz für den Erhalt dieses Erbes ist darum für uns Pfadfinder selbstverständlich.

Aber noch mehr: Wenn wir die Natur als Schöpfung verstehen, dann können wir anhand der Wunder der Natur auch die Majestät und Herrlichkeit des Schöpfers erahnen. „Eine Sternennacht im Gebirge genügt, um uns an unsere Größe und unsere Kleinheit zu erinnern und uns zur Anbetung des Schöpfers zu rufen“ (J. Folliet).

Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass Jugendliche durch den unmittelbaren Kontakt mit der Schönheit von Gottes Natur tief innerlich angerührt werden. Darum haben wir uns als besonderen Artikel in unserem Pfadfindergesetz vorgenommen: „Der Pfadfinder sieht in der Natur das Werk Gottes: Er liebt Pflanzen und Tiere.“

 

Eine detailiertere Darstellung unseres Selbstverständnisses als katholischer Pfadfinderbund finden Sie hier:

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