4. Europa

4.1 Europäische Dimension
4.2 Europa, Kirche, KPE
4.3 Wo gibt es die UIGSE-FSE?
4.4 Geschichte UIGSE-FSE

4.1 Unsere europäische Dimension

Gemeinsam mit unseren 55.000 europäischen Freunden aus rund 20 Ländern gehören wir zur Internationalen Union der Pfadfinderinnen und Pfadfinder Europas (UIGSE-FSE). Das ursprüngliche Pfadfindertum Baden-Powells und der katholische Glaube sind unsere gemeinsame Grundlage.

Mit internationalen Schulungen, Begegnungslagern und Briefkontakten knüpfen wir laufend an unserem Netz der Freundschaft, von Moskau bis nach Lissabon und von St. Petersburg bis nach Sizilien. Was uns eint, ist Christus und die gemeinsame Pfadfinderidee.

Seit 1956 dient unser Pfadfindertum speziell dem Frieden und der Versöhnung der Nationen in Europa. Den Startschuss gaben französische und deutsche Jugendliche. Sie waren entschlossen, nicht alle 20 Jahre gegeneinander zu kämpfen und Millionen von Waisen zurückzulassen.

Wie schon vor 60 Jahren gehen wir mit einem Lächeln, mit offenen Armen und einem freiem Herzen den anderen entgegen. Wir tragen alle das gleiche rote Kreuz mit der goldenen Lilie – ganz gleich ob evangelischer, orthodoxer oder katholischer Christ. Wir erinnern daran, dass Christus für uns gestorben ist. Als Christen sehen wir im anderen ausschließlich das von Gott geliebte Wesen.

Auch in diesem Jahrzehnt treffen wir uns wieder mit unseren Schwestern und Brüdern aus der ganzen Welt. Wir setzen ein starkes Zeichen und versammeln beim Eurojam 2014 genau dort zehntausend Pfadfinderinnen und Pfadfinder zu einem Fest der Versöhnung in Christus, wo hundert Jahre früher unsere Urgroßväter erbittert Krieg führten.

4.2 Europa, Kirche, KPE

Unser Engagement ist in Kirche und Gesellschaft geschätzt. 1980 wurde die UIGSE-FSE als europäischer Jugendverband vom Europarat anerkannt. 2003 erfolgte ihre Anerkennung durch den päpstlichen Rat für die Laien als private internationale Vereinigung von Gläubigen päpstlichen Rechts (Dokument zur endgültigen Anerkennung). Seit 2011 nimmt die UIGSE-FSE am Programm „Jugend in Aktion“ der Europäischen Kommission teil.

Wir danken vor allem Papst Johannes Paul II. für sein Vermächtnis an die Pfadfinder Europas: „Liebe Pfadfinderinnen und Pfadfinder Europas, ihr seid eine wertvolle Gabe nicht nur für die Kirche, sondern auch für das neue Europa, dessen Gestaltung ihr mit eigenen Augen seht. Und ihr seid berufen, „mit dem ganzen Eifer eurer Jugend teilzunehmen am Aufbau eines Europas der Völker, damit die Würde jedes Menschen anerkannt wird als Kind, das von Gott geliebt wird, und damit eine Gemeinschaft aufgebaut wird, die sich auf Solidarität und Nächstenliebe gründet“ (Audienz mit den Pfadfinderinnen und Pfadfindern Europas, 3. August 1994).“

Auch Papst Benedikt erklärte im Jahr 2007, dass das vom Evangelium befruchtete Pfadfindertum „der Ort eines starken christlichen Vorschlags, einer wahren geistlichen und sittlichen Reifung sowie eines echten Wegs der Heiligkeit“ ist.

Artikel auf Zenit-Homepage: "100 Jahre Pfadfinder: Benedikt XVI. würdigt „ganzheitliche menschliche Bildung“

Weitere Informationen zur UIGSE-FSE sind hier zu finden.

4.3 Wo gibt es die UIGSE-FSE?

Heute strahlen wir in die ganze Welt aus. Das Europa der UIGSE-FSE ist längst über seine geographischen und kulturellen Grenzen hinausgewachsen. Unsere Schwestern und Brüder in Kanada und den USA nehmen begeistert am Leben der europäischen Pfadfinderbewegung teil. Nach Lateinamerika pflegen wir vielversprechende Kontakte. Auch die orthodoxe Welt entdeckt die europäische Pfadfinderbewegung – bis an den Pazifik.

Weitere Informationen zu den Landesverbänden und deren Kontaktadressen.

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4.4 Geschichte der UIGSE-FSE

1956 In Köln treffen sich ca. 50 deutsche und französische Jugendliche in Köln und erarbeiten die erste Satzung der FSE. Seitdem treffen wir uns jährlich zum „Conseil Fédéral“.

1960 Vier Jahre nach der Gründung wird ein Text zur geistigen Basis der Bewegung formuliert: „Einige Jungen und Mädchen sagten sich, dass es unmöglich sei, dass man alle 20 Jahre von Neuem beginnt, sich gegeneinander zu erheben. … Wir haben uns mit all unseren Kräften der Schlacht gegen jene verpflichtet, die unter uns Misstrauen und Hass sprießen lassen wollen… Nur mit unserem Lächeln, unseren offenen Händen und dem Wenigen, was wir besitzen – und das ist das Herz eines freien und anständigen menschlichen Wesens – sind wir den anderen entgegen gegangen und haben das gleiche rote Kreuz mit der goldenen Lilie angenommen (…). Gleich ob Reformierte, Orthodoxe oder Katholiken. Wir haben uns nur daran erinnern wollen, dass Christus für uns alle gestorben ist.“

1962 Pierre und Lucienne Géraud-Kéraod führen die europäische Pfadfinderbewegung zum Durchbruch. Im gleichen Jahr verkündet der Heilige Stuhl die Charta des katholischen Pfadfindertums. Für die FSE werden das Zeremoniell und die Kluft festgelegt. Es finden erste Ausbildungskurse statt.

1963 Das religiöse Direktorium aus dem Jahr 1957 wird mit Elementen der Charta verbessert.

1965 Die Charta der natürlichen und christlichen Prinzipien des europäischen Pfadfindertums wird am 15. Juni unterzeichnet.

1975 Die FSE pilgert im Heiligen Jahr nach Rom und erfährt von Papst Paul VI. große Ermutigung.

1976 Die FSE legt ihren katholischen Charakter mit Offenheit für die Ökumene gemäß ihrem religiösen Direktorium fest. Ihr Name lautet von nun an UIGSE-FSE.

1978 Die UIGSE-FSE wallfahrtet nach Lourdes und weiht sich der Muttergottes.

1980 Zum Benediktusjubiläum treffen sich alle Verantwortlichen unserer Gruppen und Verbände zu Pfingsten in Orléans. Zuvor erkannte der Europarat die UIGSE-FSE am 12. März als internationale Organisation mit Konsultativstatus an. Inzwischen hat die UIGSE-FSE Partizipativstatus beim Europarat.

1983 Die Verantwortlichen aller Gruppen und Verbände treffen sich zu Pfingsten in Troyes.

1984 5000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder treffen sich zum Eurojam bei Châteauroux.

1994 7500 Pfadfinderinnen und Pfadfinder versammeln sich in Viterbo zum Eurojam und werden in Rom vom Heiligen Vater empfangen. Im gleichen Jahr treffen sich 2000 Ranger und Rover in Le Puy zum „Eurojam Rouge“.

1996 Die geistlichen Berater der ganzen UIGSE-FSE treffen sich in Rom.

2003 In Zelazko in Polen findet das dritte Eurojam mit 9000 Teilnehmern statt.

2006 Erneut treffen die geistlichen Berater der ganzen UIGSE-FSE in Rom zusammen.

2007 Rund 2000 Ranger und Rover der UIGSE-FSE durchwandern auf ihrer Wallfahrt nach Tschenstochau die Tatra.

2012 Im Heiligtum der „Göttlichen Barmherzigkeit“ in Krakau kommen die geistlichen Berater der UIGSE-FSE zusammen.