| Kletteraktion der Raiderinnen: Diesmal im Allgäu! |
| Tuesday, 12. June 2012 | |
Herzliche Einladung zum Gardasee-Kletterwochenende, so hieß es auch dieses Jahr wieder. Aufgrund lang anhaltender Regenfälle am Lago di Garda, Hochwasserwarnungen etc. planten wir die Aktion jedoch am Abend zuvor um. Treffpunkt war nun Füssen im wunderschönen Allgäu.
Während der Wetterbericht für Italien 5 Grad Celsius angesagt hatte, erwartete uns hier ein warmer Föhnwind und abends um 9 Uhr noch 19 Grad. Bei diesen beinahe sommerlichen Temperaturen (nicht zu vergessen: Das Raiderinnentreffen fand am 4. November statt!) marschierten wir zum Lech, um dort auf den Kies- und Sandbänken unsere Kohte aufzubauen und uns in diesem malerischen Ambiente zur Abendrunde zusammenzusetzen.
Am nächsten Morgen fanden wir uns inmitten einer herbs
tlich, schroffen Bergwelt wieder und nach einem gemütlichen Frühstück am Lagerfeuer, ging`s erst mal durch das Altstädtchen zur Morgenmesse bei den Franziskanern. Die anderen Gläubigen freuten sich sehr über unseren Besuch und so ergaben sich nach dem Gottesdienst nette Gespräche. Doch wir hatten für diesen Tag noch einiges geplant und machten uns daher bald auf den Weg. Ausgangspunkt war die Tegelbergtalstation. Nach 45 Minuten Aufstieg konnten wir zwischen zwei Kletterrouten wählen. Über die „Gelbe Wand“ zum Tegelberg oder die längere Route über den neuen „Tegelberg-Klettersteig“. Über 1000 m Seil, Überhänge, steile Felswände, Hängebrücken und alles mit einem herrlichen Blick auf die Seen im Tal.
Trotz der sommerlichen Temperaturen machte sich die Jahreszeit aber sehr bald an der frühen Dunkelheit bemerkbar. Um nicht mit der ganzen Gruppe in der Dämmerung die Wand absteigen zu müssen, trennten wir uns. Ein Teil ging zu den Autos, der andere suchte den vermeintlich kürzeren Weg durch den Wald. Gemeinsames Ziel sollte die Marienbrücke sein. Wegen der hereinbrechenden Dunkelheit verlor die zweite Gruppe jedoch schnell den Weg und kam erst nach einer abenteuerlichen Kletterei am vereinbarten Treffpunkt an. Schließlich besichtigten wir noch die Außenfassade des Schlosses Neuschwanstein und fuhren anschließend nach Pfronten auf die Burg Falkenstein, in der unser zweites Nachtlager sein sollte. Auf der obersten Plattform fanden wir uns zum Abendessen wieder mit Blick auf umliegende Burgen, beleuchtete Ortschaften, die Umrisse der Berge und einen unglaublich klaren Sternenhimmel. Vergessen waren die Anstrengungen des Abstiegs und wir wären sicher noch lange zusammen gesessen, wenn für den nächsten Tag (aus Zeitgründen – die Österreicher mussten mittags schon zum Zug) nicht das Programm vorverlegt und eine Sonnenaufgangstour auf den Aggenstein geplant gewesen wäre.
Sonntags morgens packten wir daher noch im Dunkeln unsere Sachen zusammen, passierten die Abfahrtsschr
anke des Berges (denn nach dieser mussten wir uns zeitlich richten) und trafen uns auf österreichischer Seite mit weiteren Allgäuer Raiderinnen zum Aufstieg – Mittlerweile war es 4.30 Uhr.
Es folgte eine kurze Betrachtung und anschließend begannen wir zunächst schweigend den nächtlichen Aufstieg. Nach einer Stunde dämmerte es rings um uns, die Silhouetten der Berge zeichneten sich ab und kurze Zeit später war der ganze Himmel in das leuchtende Rot und Gold der ersten Sonnenstrahlen getaucht. Der Wind pfiff immer stärker um die Felskanten und wir machten uns auf, die letzte Etappe zu meistern, denn auf dem Gipfel wollten wir gemeinsam frühstücken. Endlich hatten wir es geschafft: Höhenluft – weite Sicht – heißer Cappuccino – es hatte sich gelohnt!
Wie im Flug war dieses Wochenende vergangen, nach dem Abstieg trennten sich schon unsere Wege: ein Teil nahm den Zug zur Abendmesse nach Blindenmarkt, der andere beschloss die Fahrt dankbar mit der Sonntagsmesse in Kempten.
Herzlich gut Pfad bis zum nächsten Jahr – am Gardasee oder einem „alternativen“ Klettergebiet.
Lisi und Sarah
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| Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 12. June 2012 ) |