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Das Glaubensleben in der KPE

ranger05Die KPE konnte in den vergangenen 30 Jahren viel Gutes tun. Viele Jugendliche hat sie in den entscheidenden Jahren „über die Runden" gebracht. Vielen hat sie geholfen, den unverkürzten katholischen Glauben zu bewahren. Viele gute Familien mit vielen Kindern sind aus der KPE hervorgegangen; ebenso erstaunlich viele geistliche Berufe, wobei die Tendenz "steigend" ist.

Ich hatte bei verschiedenen Gelegenheiten immer wieder betont, dass das „verborgene Geheimnis" der KPE die Weihe an das Heiligste Herz Jesu und das Unbefleckte Herz Mariens ist. Solange genügend Jungen und Mädchen in der KPE diese Weihe regelmäßig erneuern und leben wollen, sorgt die Allerseligste Jungfrau Maria vom Himmel aus, dass die KPE als Ganzes religiös und moralisch nicht „vergammelt".
Aber Jesus und Maria kümmern sich nicht nur um das religiöse Leben ihrer Kinder. Auch im natürlichen Bereich sorgt sich eine Mutter um ihre Kinder. Und es ist sicher das Verdienst des Himmels, dass es in der KPE prächtige Kinder und Eltern gibt. Deo gratias et Mariae!
Als Bundeskurat will ich aber jetzt nicht über den natürlichen Bereich schreiben, sondern über das Glaubensleben in der KPE.

Ich werde immer wieder gefragt, wie denn das religiöse Leben in der KPE aussieht. Die alten KPE-ler kennen meine Antwort: Es ist das ganz normale katholische Leben einer normalen katholischen Familie! Das mag theoretisch klingen, deshalb jetzt ein paar Konkretisierungen:

Ein Familien-ähnliches Leben für den einzelnen KPE-ler spielt sich z.B. im 14-tägigen Sommerlager ab. Wie sieht das „normale katholische" Leben bei uns aus?
Am Morgen gibt es bei der Morgenrunde ein ordentliches Morgengebet, welches ehrlich, aber nicht zu lang sein sollte. In diesem Gebet danken die Jugendlichen dem Herrgott für den Schutz in der Nacht, machen einen guten Vorsatz und die gute Meinung (=Übergabe des Tages an Jesus und Maria!), empfehlen sich dem Hl. Schutzengel, dem Namenspatron und den Heiligen des Himmels, und dann beginnt ein neuer fröhlicher Tag mit sagenhaften pfadfinderischen Aktivitäten. Mittags ein Tischgebet und den Engel des Herrn und abends ein entsprechendes Abendgebet.
Wenn ein Priester im Lager ist, ist täglich Gelegenheit zur Hl. Messe. Ebenso wird - dem Alter entsprechend - ein Teil des Rosenkranzes oder alle 5 Geheimnisse gebetet.
Auch wird natürlich Beichtgelegenheit gegeben und vorher normalerweise eine Beichtkatechese vom Kuraten gehalten. Da täglich die Hl. Messe gefeiert wird, ist es ganz selbstverständlich, dass Katechesen über die Hl. Eucharistie gehalten werden. Diese Glaubensunterweisungen können kurz sein; sie können aber, gerade weil sie kurz sind, immer wieder bei sich anbietenden Gelegenheiten eingeblendet werden.
Hier möchte ich die Aufzählung weiterer Einzelheiten beenden. Aber es muss noch etwas Grundsätzliches zur Katechese in der KPE gesagt werden:

Bis vor etwa 50 Jahren, als der Religionsunterricht noch intakt war, als auch die Glaubensstunden regelmäßig in den Pfarreien gehalten wurden, als die Priester selbst den Beicht- und
Kommunionunterricht übernahmen, - als alle Priester der katholischen Kirche mit einer Zunge den Glauben verkündeten, bis zu dieser Zeit also war es nicht das Gewöhnliche, dass in den Katholischen Jugendverbänden Katechesen angeboten wurden; denn die wichtigsten Grundlagen des Glaubenswissens und der katholischen Morallehre wurden von der Grundschule an bis zum Schulabschluss den Kindern in systematischer Unterweisung dargelegt. In den katholischen Jugendgruppen wurde dann das katholische Leben gelebt mit je einem eigenen Akzent gemäß den jeweils besonderen Zielen der entsprechenden Jugendgruppe. Aber der katholische Glaube und die katholische Moral waren selbstverständlich Grundlage aller übrigen Aktivitäten.
Erst mit zunehmender Aushöhlung der katholischen Glaubensunterweisung in den Schulen und z.T. auch in den Pfarreien und Ordensgemeinschaften entstand die Notwendigkeit, auch in den Jugendgemeinschaften ergänzende Katechesen zu halten.
Und da zur KPE die ganz normalen Jugendlichen aus Schulen und Pfarreien kommen, die vielfach einen bruchstückhaften Glaubensunterricht bekommen haben, muss der Kurat der Gruppe ergänzend „einspringen" und Katechesen halten. Und in diesen Katechesen geht es im Grunde um das schon zitierte normale katholische Leben einer normalen katholischen Familie, womit ich wieder am Anfang dieses kurzen Artikels gelandet wäre. Und da dieses katholische Leben so wichtig und so schön ist, will ich schließen und noch einmal dem Lieben Gott und der Gottesmutter danken für 30 Jahre KPE!

P. Andreas Hönisch SJM

 
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