| Verschollen im Ätnaland |
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| Donnerstag, 11. Februar 2010 | |
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Verschollen im Ätnaland oder Einmal quer durch Sizilien – und wieder zurück
der folgende gekürzte Bericht mit Bildern zum download ausführlicher Bericht ohne Bilder zum download Diese Reise konnte nicht besser starten! RyanAir hatte unser Gepäck nicht ausgeladen. Und so machte man sich dann wahrlich „unbeschwert" auf den Weg in Richtung Segesta, weiter ins Landesinnere. Es ist erstaunlich, wie simpel das Prinzip ist: Daumen raus, lächeln und dennoch einen erschöpften Eindruck machen, aber ja nicht heruntergekommen aussehen! Alsbald fand man nette Sizilianer, die uns den einen oder anderen Kilometer mitnahmen - ob in die richtige Richtung, lassen wir an dieser Stelle mal weg. Auf jeden Fall kam man, besser wie gedacht, voran. Segesta ist ein alter Ausgrabungsort. Das Amphitheater und der alte röm.-griechische Tempel sind zwei Highlights. Von hier aus hat man eine grandiose Aussicht weit bis ins Inland hinein. Nach einer ausgiebigen Siesta, die nach so einem Flug dringend nötig war und bei der uns Grashüpfer mehr wach hielten als in den Schlaf wiegten, machten wir uns gemeinsam auf den Weg Richtung Norden. Der erste und größte Naturschutzpark Siziliens wartete auf uns. Das offene Meer lag zu unseren Füßen. Der Abend kam ganz langsam übers Land geschlichen als uns die Entscheidung quälte, noch am heutigen Tag ins Riserva Naturale Orientata dello Zingaro einzutauchen um dort die Nacht zu verbringen, oder ob man lieber mit einer kleinen Bucht unten am Meer zufrieden ist. Die Wahl fiel auf die Bucht am Meer, da sie erstens nicht kameraüberwacht war, und zweitens man nicht ständig befürchten musste, dass uns ein Ranger (Aufpasser) von seinem Aussichtsplateau erspähte. Im Nachhinein wäre man sicher das Risiko eingegangen, aber dazu im vollständigen Bericht mehr. Lachsnudeln, ein neues kreatives Gericht, welches bald jede Lagerküche anbieten wird, krönte den Abend und ließ ihn genussvoll ausklingen. Bei Lagerfeuerromantik packte man seine virtuelle Klampfe aus und zupfte im Chor mit den Grashüpfern von nebenan. Die Sonne tauchte endgültig ins Meer. Es kehrte Stille ein. Nichts außer dem Zirpen der Grillen und das Geräusch der Wellen, die im Mond verborgenem Licht sanft ans Ufer rollten. Man soll`s nicht glauben, am Meer wird es in der Nacht richtig kalt, wenn man keinen Schlafsack und/oder Pullover hat... Am Morgen begaben wir uns wieder zum Nationalpark-Eingang. Ein Maulesel begleitete uns die ersten Meter, ehe er mit seinem sizilianischem Opa in den Bergen verschwand. Die Straße wurde schon bald zum hügeligen Weg. Die hohen Temperaturen ließen unsere Klufthemden bis aufs Letzte transparieren. Man suchte sich eine der 5 Buchten, die mit Kieselstrand gesäumt und mit bizarren Felsformationen und kristallklares Wasser umrahmt waren. So lässt sich´s leben. So früh am Morgen war auch noch keine Menschenseele in Sichtweite. Die schönen Kieselsteine wurden schnell zu Wurfgeschossen umfunktioniert und das Nudelnetz zum Kochen eignete sich hervorragend zum Fischen. Man hatte jede Menge Spaß, wollte am liebsten die restlichen Tage hier bleiben, aber Pater Stefano schaffte es (keine Ahnung wie), uns in Richtung Park-Ausgang zu treiben. In flirrender Mittagshitze reiner Mord. Aber unseren stahlhart abgehärteten Raidern machte das wenig aus. Aus einem Feriencamp unterhalb von uns drang die Top-Ten-Hymne: Parapapapapa zu uns hoch, als ein Käse- Kühltransporter anhielt und uns nach San Vito brachte. Ein Traum, in dieser Hitze verstanden sich die Italiener, das Auto kühl zu halten. Den Kühlraum im Rücken, kam dies dem Paradies sehr nahe. Zusammen wurde das Dorf erkundet: Kirche, Post - und das Wichtigste: der Strand. Nach Sizilien fliegt man eigentlich nicht um einen Badeurlaub zu machen. Aber hier am Capo gab es einen der offiziellen Badestrände. Abends pflanzten wir uns in irgendeinen kleinen Park in der Nähe vom Strand und futterten ganz ungestört unsere mitgebrachten Würstchen made in Germany. Während die einen verzweifelt versuchten, wieder ein wenig Saft in ihr „Notfall-Handy" zu bekommen, organisierten andere den Schlafplatz. Mit einem Taxifahrer mit fraglichem Musikgeschmack (aber mit stehendem Taxameter) erreichten wir am nächsten Tag Palermo, die Hauptstadt Siziliens. Zeit zum Erkunden blieb uns nicht viel, aber die ersten Eindrücke gaben schon ein ganz gutes Bild ab. Die Straßen voller Autos und Rollerfahrer, die sich jede noch so aussichtslose Lücke nicht nehmen ließen, um ihr Fahrpotenzial unter Beweis zu stellen... Kristallklares, blaues warmes Süßwasser, umrahmt von Felsvorsprüngen, ein paar üppigen Sträuchern und fremdartigen Bäumen. Ein schattiger Felsen wurde hier im Cava Grande als Lager für unsere Sachen bestimmt. Und dann ins Wasser! Endlich wieder waschen, Klippenspringen, Wasserball spielen oder einfach nur chillen. Wunderherrlich! An diesem Örtchen durften wir Familie Caccamo und Freunde kennenlernen. Deutsche, die vorhaben, in den nächsten Jahren hier in diese Region auszuwandern. Wir kamen ins Gespräch und man war froh, mal wieder die alt bekannte Sprache zu hören. Wir konnten uns beim besten Willen nicht verkneifen, die Einladung zum Essen und Trinken zu bejahen. Als Dankeschön sangen wir ein paar Fahrtenlieder, die so manch einem Schluchtenaufseher das Herz höher schlagen ließ. Begeistert von unserem Geträller war auch unsere deutsche Familie. Und so wurde man kurzerhand und gegen den Willen der Reiseleitung zu dem ansehnlichen Haus der Familie Caccamo gekarrt, wo wir noch bis spät in die sternenklare Nacht hinein viel lachten, sangen und spielten. Ein Tag später: Catania. Keine Ahnung wie, aber alle waren da, auf dem Marktplatz, in dessen Mitte das Wahrzeichen dieser Stadt aus Stein gehauen ist. Ein kleiner Elefant :] - Im Vergleich zu Palermo ist diese Großstadt noch ein Stück prächtiger. Auf der berühmten Plaza gab es zahlreiche Hochzeitspaare, die sich vor schmuckvollen Kathedralen und wichtigen Gebäuden ablichten ließen. Wir liefen zur Promenade auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Vergeblich. Wir standen vor einem umzäunten, bewachten Schulgebäude. Alles dunkel, bis auf die Hütte, wo der Hausmeister gerade seine Nachtschicht aufnahm. Drei Möglichkeiten gab es für uns: 6 km zum nächsten Strandabschnitt laufen, wo es eine Schlafplatz-Garantie oder auch nicht gibt ; den Nachtwächter aus seiner Hütte klingeln und fragen, ob wir die Nacht auf dem ruhigen Schulhof verbringen dürfen - oder wir klettern einfach über den Zaun und hauen uns endlich irgendwo hin. Wenn wir gepackt wurden, drohte aber die italienische Freundschaft wegen Hausfriedensbruch zu reißen und dies konnte im Gefängnis enden. Egal! Wir kamen uns wie echte Einbrecher vor, vermutlich weil wir auch welche waren. Wir legten uns in eine helle Einfahrt unter eine Brücke. Alles verlief super. Am Morgen pirschten wir unbemerkt zur Hauptstraße, warfen das Gepäck über den Zaun und uns hinterher. Ein freundlicher Müllmann gab uns wichtige Informationen zu unserer folgenden Busfahrt. Ein schnelles Frühstück am Bahnhof - aber mit Kaffee, soviel Zeit muss sein. Dann eine längere Busfahrt auf ca. 1200 m Höhe den Ätna rauf. Endlich brachten wir es hinter uns. Da half kein Bitten und kein Flehen. Wir mussten rauf. Ich kann nicht mehr, blick´ zurück, merke, dass wir erst 10 m Höhenunterschied hinter uns gebracht hatten. Hauptsache, wir machen bald Pause, Hauptsache, wir machten jetzt Pause! Doch unser Anführer latscht munter weiter. Wir sind so ziemlich die Einzigen, die einfach senkrecht hochlaufen. Die meisten anderen Touristen winken wie bekloppt aus der Seilbahn 8 m über uns. Die haben´s gut. Aber das sind ja auch keine armen Azubis^^ Wir sind oben, na ja, fast. Die Rucksäcke schmeißen wir irgendwo hin. Außer die Kamera. Die muss mit. Die letzten Meter werden fast gerannt. Man will endlich oben auf diesem ... Vulkan stehen in über 3300 m Höhe und sagen: "Ich hab´s geschafft!" Joar und da standen wir nun. Überragende Aussicht. Wahnsinn! Hat sich der Aufstieg doch noch gelohnt. Schnell noch ein paar Gruppenfotos und dann nichts wie runter. Hier oben am Kraterrand friert man sich ja sonst was ab. Neben einem von teilweise verstreuten kleinen Gletschern schlugen wir unser Lager für die Nacht auf. Die Notfall- Erfrierungsdecken kamen zum Einsatz, denn sobald die Sonne weg war, war es hier oben wirklich mehr als kalt. Mit gefühlten Mega- Minustemperaturen schliefen wir eher schlecht als recht. Am nächsten Morgen wurde nicht lange gefackelt. Schnelles Frühstück, Sachen zusammenpacken und dann runter. Das wird ja schon nicht so schwer sein. Aber 3300 Meter Höhenunterschied können sich schon ganz schön ziehen. Oh ja. Und wie! Die Knie protestierten lautstark und der Wasservorrat neigte sich so langsam aber sicher dem Ende zu. Noch immer kein Grün zu sehen, geschweige denn ein Haus, irgendeinen Menschen oder das Anzeichen von Leben. Endlich, eine Straße. Auf dieser ging´s weiter. Wohin? Keine Ahnung, Hauptsache runter. Wir sind in der Nähe des Capo d´Orlando. Der Busfahrer lässt uns in irgendeinem Kaff raus. Von dort aus müssen wir also noch die letzten Kilometer trampen. Wir gelangen nicht nur in Oldtimern dorthin, wir machen sogar einen Abstecher in die dort ansässige Freiluftdiscotheka Coconut. Am Leuchtturm geht's den Strand hinunter. Essen, schlafen. Wir sind zu kaputt um noch irgendetwas zu starten. Am nächsten Morgen wird durch halb Sizilien wieder zurückgetrampt. So langsam aber sicher macht sich Abschiedsstimmung breit. Schön war´s hier auf der Insel! Aber bevor wir endgültig Lebe- Wohl sagen, machen wir noch als letze Übernachtung in Trapani R.S.. Dort übernachten wir mitten in der gemütlichen größeren Stadt in einem Salesianerzentrum. Inmitten von mindestens 150 zwölf bis sechszehn- Jährigen wurden wir aufs herzlichste begrüßt. Abends wurde zum Abschluss zum ersten und letzen Mal in einem richtigen Restaurant fürstlich gespeist. Im Innenhof des Salesianerzentrums überstanden wir die Nacht nach einer längeren Abschlussabendrunde besser denn je zuvor. Wir blicken zurück auf 10Tage, 7Helden, 40C° und ein Ziel: Keins!, und wir stellen fest, dass dieses Sommerlager unser Leben unendlich viel bereichert hat! Man hat so viel gesehen, erlebt, erfahren und dieser Bericht könnte noch ins Unendliche fortgesetzt werden, aber da er schon lange weitaus den Rahmen gesprengt hat, belass´ ich es dabei dass es der beste Urlaub meines Lebens war. Noch nie war eine Pfadfinderaktion so spannend, aufregend, interessant. Man weiß nicht wo einen der Wind am Abend hinweht, wo man die Nacht verbringt. Man weiß nicht ob einem alles gelingt, ob man sich nicht zu viel vorgenommen hat. Aber bei allen Aktionen, bei allen vergangenen Lagern und auch bei diesem hier konnte man spüren, dass da einer seine Finger im Spiel hatte, dass einer alles zum Guten gewendet hat. Sizilien war anstrengend und schweißtreibend im wahrsten Sinne des Wortes. Aber vor allem war Sizilien 2009 für uns alle eins: PURER SPAß !!
Thomas Kröger |
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| Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 11. Februar 2010 ) |
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Die Kurzfassung vom besten Sommerlager meines Lebens. 10kg Gepäck, mehr nicht. Uff, wie sollte das geschafft werden? Man zog ernsthaft in Erwägung, den Zahnbürstenstiel um die Hälfte zu kürzen, dann entschied man sich aber doch für anderweitiges Sparen an Gewicht. So musste Laptop & mobiler DVD- Player zuhause bleiben.